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Galerie: Säumer




Schwarzenberger Schwemmkanal

DAS (S)ACHTE WELTWUNDER

1774 legte Forstingenieur Josef Rosenauer seinem Arbeitgeber, dem Fürsten Schwarzenberg, einen genialen Plan vor: Mittels eines Kanals sollte Holz von den Höhen des Böhmerwaldes zur großen Mühl geschwemmt werden, auf dieser weiter zur Donau, zum Weitertransport nach Wien, denn die Reichshauptstadt war enorm gewachsen und Brennholz immer knapp.

Mit einfachsten technischen Mitteln begann Rosenauer mit der Vermessung und Planung des kühnen Vorhabens. Die Pioniertat bestand in der Überwindung der kontinentalen Wasserscheide (Rosenhügel / Koranda 790 m) zwischen Donau und Moldau bzw. Elbe durch einen künstlichen Wasserweg. Durch ein System von 27 Zuflußbächen, 3 künstlichen und eines natürlichen Wasserreservoirs (Plöckensteinsee) sollte das Wasser gerade in Fluß gehalten werden, um so die Holzscheiter über die Wasserscheide zu triften.

Anfang Mai 1789 wurde mit dem Bau begonnen, mit dem 1,8 km langen Probestück zwischen dem Rosenhügel und dem Iglbach. Hier wurde 1791 zum ersten Mal geschwemmt. 1824 konnte das kleine Weltwunder mit einer gesamten Länge von 51,9 km zwischen Lichtwasser (bei Haidmühle) und Großer Mühl /Österreich in zwei Bauetappen (alter Kanal 1789 - 1793 und neuer Kanal 1821 - 1824)vollendet werden.

Mit dem Bau waren zeitweise 1200 Arbeiter beschäftigt. Zu den Werken bautechnischer Meisterkunst zählen vor allem der Hirschbergentunnel und die Steilstufe Morau, nicht weit vor der Einmündung in die Große Mühl. Joseph Rosenauer konnte die Vollendung seines Gesamtwerkes nicht mehr erleben, er starb 1804. Heute fließt das Wasser gemächlich durch die Gerinne. Kaum vorstellbar, welcher Betrieb zu Zeiten der Schwemme zur Schneeschmelze herrschte, oft rund um die Uhr. Für die Versorgung des Kanals mit Holz waren 40 "Einwerfer" zuständig. 300 Triftarbeiter sorgten dafür, daß die Scheiter vorankamen. An der Mündung waren 350 Arbeiter mit dem "Ausländen", dem Stapeln der Scheiter sowie dem Verladen auf Schiffe und Flöße beschäftigt.

Während der über 100 Jahre dauernden "goldenen Zeit der Schwemme" wurden fast acht Millionen Raummeter Holz zur Großen Mühl getriftet. Der Holztransport nach Wien wurde 1892 beendet. Um 1900 wurde der Schwemmbetrieb in Böhmen auf Langholz umgestellt. 1916 wurde das letzte Mal vom Rosenhügel zur Großen Mühl geschwemmt, auf tschechischer Seite wurde der Schwemmbetrieb zur Moldau erst 1961 eingestellt.



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20.05.2012
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